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Was verdient ein Tanzlehrer – und wie viel solltest du zahlen?

5. November 2026 · 7 Min. Lesezeit · Team Ermes Dance

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Die kurze Antwort zuerst: Freiberufliche Tanzlehrer bekommen in Deutschland für Gruppenkurse meist zwischen 20 und 45 € pro Unterrichtsstunde, für Privatstunden deutlich mehr. Wie viel am Monatsende übrig bleibt, hängt vor allem davon ab, wie viele Stunden pro Woche zusammenkommen, ob man angestellt oder auf Honorarbasis arbeitet und wie die Tanzschule die Vergütung aufbaut. Genau um diesen letzten Punkt geht es hier: Wie viel solltest du als Inhaber zahlen?

Es ist eine der Entscheidungen, die über die Rentabilität einer Tanzschule entscheiden, und eine, über die kaum jemand offen spricht. Zahlst du zu wenig, verlierst du die Besten. Zahlst du ohne System, frisst es deine Marge, ohne dass du merkst, wo. Hier sind die drei gängigen Modelle mit ihren Zahlen und ihren Fallen.

Vorab: Alle Zahlen sind Richtwerte für Deutschland 2026 und schwanken mit Stadt, Tanzstil und Bekanntheit der Lehrkraft. Nimm sie als Ausgangspunkt für deine Rechnung, nicht als Tarif. Und schau dir die rechtliche Seite mit deinem Steuerberater an: Wer regelmäßig, weisungsgebunden und nach deinem Stundenplan unterrichtet, kann trotz Honorarvertrag als scheinselbstständig gelten. Im Zweifel klärt ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung die Frage. Bist du ein gemeinnütziger Verein, kann für nebenberufliche Übungsleiter die Übungsleiterpauschale greifen (aktuell bis 3.000 € im Jahr steuerfrei).

Modell 1: Festes Honorar pro Stunde

Der Standard in der Branche: Die Lehrkraft bekommt einen festen Betrag pro gehaltener Stunde. Bei Gruppenkursen liegt die übliche Spanne bei 20 bis 45 €: das untere Ende für Anfängergruppen und Lehrkräfte am Anfang, das obere für gefragte Stile und Namen, die Schüler mitbringen. Bei Privatstunden ist es üblich, der Lehrkraft zwischen 50 und 70 % des Stundenpreises zu geben.

  • Vorteil: planbar für beide Seiten. Die Lehrkraft weiß, was sie verdient; du weißt, was jede Stunde im Plan kostet, und kannst für jeden Kurs ausrechnen, ab wie vielen Schülern er sich trägt.
  • Nachteil: Die Vergütung hängt nicht am Ergebnis. Ein Kurs mit 4 Schülern kostet so viel wie ein voller, und die Lehrkraft hat keinen direkten Anreiz, ihn zu füllen.

Modell 2: Pro Schüler

Die Lehrkraft bekommt einen Betrag pro anwesendem (oder im Kurs angemeldetem) Schüler, zum Beispiel 2 bis 4 € pro Schüler und Stunde. Eine Gruppe mit 15 Leuten bringt ihr also 30 bis 60 €.

  • Vorteil: Die Interessen sind gleich. Wer sich um seine Schüler kümmert, merkt, wer fehlt, und seine Gruppe wachsen lässt, verdient mehr. Das Risiko leerer Kurse wird geteilt.
  • Nachteil: schwankendes Einkommen, das vielen Lehrkräften die Unsicherheit nicht wert ist. Und du brauchst verlässliche Anwesenheitsdaten: Mit einer Papierliste ist dieses Modell eine Quelle für Streit.

Modell 3: Prozent vom Umsatz

Die Lehrkraft behält einen Anteil dessen, was ihr Kurs einbringt, meist zwischen 40 und 60 %. Das ist das natürliche Modell, wenn die Lehrkraft ihre eigenen Schüler mitbringt oder eine eigene Gruppe in deinen Räumen führt. Es grenzt dann schon an eine Raumvermietung.

  • Vorteil: Das Risiko ist komplett geteilt, und es skaliert von allein, ohne dass du jeden September neu verhandeln musst.
  • Nachteil: Es braucht transparente Zahlen pro Kurs. Und Umsatz ist nicht gleich Zahlungseingang: Gilt der Prozentsatz auf das, was in Rechnung gestellt wurde, oder auf das, was wirklich bezahlt ist? Halte das schriftlich fest, sonst kommt das unangenehme Gespräch im ungünstigsten Moment.

Die Mischung, mit der gut laufende Schulen arbeiten

In der Praxis ist meist fix plus variabel am gesündesten: ein Grundhonorar pro Stunde, das der Lehrkraft Sicherheit gibt, plus ein Bonus pro Schüler ab einer Schwelle (zum Beispiel 25 € pro Stunde plus 1,50 € pro Schüler ab dem zehnten). Die Basis bezahlt ihre Zeit, der variable Teil belohnt die volle Gruppe. Und du behältst die Marge im Griff, weil die Kosten nur steigen, wenn auch die Einnahmen steigen.

Welche Formel du auch wählst: Die goldene Regel ist, dass die Zahl am Monatsende aus den Daten kommt, nicht aus einer Verhandlung. In Ermes Dance legst du für jede Lehrkraft das Modell fest (fix, pro Stunde, pro Schüler oder Prozent), und die Abrechnung des Monats ergibt sich aus den tatsächlichen Stunden und Anwesenheiten.

Die Rechnung vor der Entscheidung

Der typische Fehler: das Honorar danach festlegen, „was man so zahlt“, statt nach deiner eigenen Struktur. Die richtige Rechnung, Kurs für Kurs:

  • Einnahmen pro Stunde = Schüler im Kurs × (Monatsbeitrag ÷ Stunden im Monat).
  • Kosten pro Stunde = Honorar der Lehrkraft + anteilige Miete und Nebenkosten.
  • Marge = die Differenz. Ist ein Kurs im Minus, muss er wachsen oder anders gelegt werden. Um das zu sehen, brauchst du Einnahmen pro Kurs, nicht nur die Monatssumme.

Mit dieser Rechnung vor Augen beantwortet sich das „wie viel zahlen“ fast von selbst: so viel, wie deine Zielmarge erlaubt, für die beste Lehrkraft, die du halten kannst. Denn was deinen Umsatz wirklich bewegt, sind nicht 5 € gespart pro Stunde, sondern eine Lehrkraft, wegen der Schüler jahrelang bleiben. Wenn du gerade erst planst, lies auch, was die Eröffnung einer Tanzschule kostet.

Leg für jede Lehrkraft das Vergütungsmodell fest und lass die Monatsabrechnung aus echten Stunden und Anwesenheiten entstehen. Das ist die Lehrervergütung von Ermes Dance.

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